Zertifizierungen

Dieser Abschnitt fasst die in der Schweiz geltenden Regelungen zu Eichrecht und MID in Zusammenschlüssen zum Eigenverbrauch zusammen. Die Verordnung finden Sie hier: Verordnung des EJPD über Messmittel für elektrische Energie und Leistung (EMmV)

Zertifizierungen

Measuring Instruments Directive (MID) - Zertifizierung

Bei dem Konformitätsbewertungsverfahren prüft eine bezeichnete Stelle, ob das Messmittel oder die Herstellung des Messmittels den gesetzlichen Anforderungen genügt. Die Konformitätsbewertung wird von der bezeichneten Stelle für den Hersteller des Messmittels durchgeführt. Der Hersteller stellt dann für das Messmittel die Konformitätserklärung hinsichtlich der Erfüllung einer Rechtsnorm aus.

Unterliegt das Messmittel der Messgeräterichtlinie 2004/22/EG (Elektro-, Wärme-, Wasser-, Kälte- oder Gaszähler), dann muss die Konformitätsbewertungsstelle zusätzlich von der EU-Kommission benannt werden.

Solche Messmittel sind am „CE“ respektive „CH“ in Kombination mit dem Metrologiekennzeichen „M“ erkennbar.

Beispiel: CE M 20 (Eichungsjahr) 1259 (Eichstelle)

Lastgangzertifizierung

Die Lastgangzertifizierung CH-Lastgang ermöglicht dem Verwender die Abrechnung anhand Zählerstandsablesungen mit mindestens 15 Minuten Intervall. Diese Zertifizierung erfordert zusätzliche technische Möglichkeiten und behandelt die Signierung, Datenspeicherung und die Übertragungswege (Sicherheit, Verschlüsselung) der Daten.

Alle 3-Phasen Energiezähler Telstar besitzen sowohl die MID- als auch die CH-Lastgang Zertifizierung .

Zertifizierungen im Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV)

Beide der folgenden Varianten deckt die smart-me Technologie ab:

Variante 1: ZEV Abrechnung mittels Zählerständen und Einheits- oder Doppeltarif (MID benötigt)

Ein ZEV kann mittels Zählerstandsbeginn und Zählerstandsende (Stichtagen) abgerechnet werden. Dafür wird vom Gesetzgeber lediglich ein Messgerät mit MID-Zertifizierung verlangt. Tarifunterschiede sind nur mit externem Signal möglich mit Hoch- und Niedertarif, ansonsten kann ein Einheitstarif genutzt werden.

Vorteil:

Nachteil Einheitstarif:

  • Die Kosten können nur nach Bezugsmengen verrechnet werden.

  • Keine mieterseitige Kostenoptimierung möglich durch sorgfältige Stromnutzung zur passenden Zeit.

  • Keine gezielte Solarstromnutzung durch die Mieter. (Tiefere Effizienz beim internen Stromverkauf)

Nachteil Doppeltarif mit externem Tarifsignal:

  • Die Kosten können nur nach Bezugsmengen im HT- und NT-Tarif mittels externem Steuersignal zugeteilt werden. (Kein Solartarif)

  • Limitierte mieterseitige Kostenoptimierung möglich durch sorgfältige Stromnutzung zur passenden Zeit.

  • Keine gezielte Solarstromnutzung durch die Mieter. (Tiefere Effizienz beim internen Stromverkauf)


Variante 2: ZEV Abrechnung mittels Lastgang und Mehrtarifsystem (MID und CH-Lastgang Zertifizierung benötigt)

Ein ZEV kann mittels Lastgangdaten (15-Minuten Intervalle) abgerechnet werden. Diese Variante eröffnet den vollen Umfang eines ZEV mit allen Vorteilen für Mieter und ZEV-Besitzer.

Vorteil:

  • Ermöglicht das Abrechnen mit verschiedenen Tarifen. (NT-, HT-, Solartarif)

  • Verteilt die anfallenden Kosten auf den jeweiligen Verursacher. (Berücksichtigt auch Verfügbarkeit von Solarstrom mit speziellem Tarif)

  • Mieter können ihre Kosten selber optimieren und das Augenmerk auf den Solarstrom legen.

  • Der selbst produzierte Solarstrom kann effektiver intern verkauft werden und so den ROI verbessern.

  • Differenzierte Stromtarife machen die Liegenschaft gesamtheitlich für Mieter attraktiver.

Nachteil:

Nacheichung von MID Zählern

Alle Informationen unter Vorbehalt und gemäss EMmV 941.251 (Stand 1. Januar 2018).

Zähler

Zähler müssen vom eidgenössischen Institut für Metrologie (METAS) oder von einer ermächtigten Eichstelle wie folgt nach dem Verfahren nach Anhang 7 Ziffer 1 MessMV nachgeeicht werden:

a. Zähler mit elektronischem Messwerk: alle 10 Jahre (smart-me 3-Phasen Energiezähler Telstar)

b. Zähler mit elektromechanischem Messwerk: alle 15 Jahre

Wandler (Stromsensoren)

Wandler müssen vom METAS oder von einer ermächtigten Eichstelle wie folgt nach dem Verfahren nach Anhang 7 Ziffer 1 MessMV nachgeeicht werden:

a. induktive Wandler mit unteilbarem Kern: alle 60 Jahre

b. andere Wandler als jene nach Buchstabe a: alle 2 Jahre.


Verlängerung der Gültigkeit einer bestehenden Eichung

Die Zertifizierung ist, unabhängig vom Hersteller, 10 Jahre gültig.

Eichen im Losverfahren (statistisches Prüfverfahren)

Die SAK und die CKW eichen smart-me Zähler im Losverfahren kostenpflichtig nach. Bitte wenden Sie sich bei Interesse direkt an die jeweiligen Leiter der Eichstellen. In der Praxis werden die meisten Zähler in ZEV nicht nachgeeicht sondern, über die Jahre abgeschrieben und am Ende von deren Lebenszeit durch neue Zähler ersetzt.

Das Prüfen im Losverfahren erfordert eine erste Stichprobenüberprüfung nach 5 Jahren und dann periodisch alle 5 Jahre wieder.

Gibt das METAS das Los nach Buchstabe E Ziffer 6 frei, so gelten die Zähler des freigegebenen Loses für weitere 5 Jahre als geeicht, sofern sie dem statistischen Prüfverfahren unterstellt bleiben.

Konsequenz

Läuft die Eichung der Geräte aus und ein Loseichungsprüfverfahren ist nicht möglich, müssen die Zähler nach 10 Jahren mit neuen Geräten ersetzt werden.